„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung." (Immanuel Kant, 1784)

 

Forschung – Ein Standpunk

Forschung hat etwas mit Neugierde zu tun. Sie beschäftigt sich nicht nur mit den Dingen, die bereits bekannt sind – und mit deren immerwährenden Variationen – sondern auch mit solchen, über die man (noch) nichts oder nur wenig weiß. Forschung strebt zwar einen Konsens an (der belastbare Beweis, die Evidenz), hat ihrem Wesen nach aber immer mit einem Widerspruch zu tun: Stimmt das denn wirklich? [1] Kann man den Erklärungsansatz wirklich auf diese spezielle Situation übertragen? Oder ist alles nur eine individuelle Deutung eines komplexen Phänomens?

Manche Forschungsthemen bedienen den Mainstream, andere sind an den Grenzbereichen angesiedelt. Auch für diese „Grenzbereiche“ gilt, dass die beobachtbaren Phänomene mit größtmöglicher Offenheit beschrieben und analysiert werden müssen: Welche Prozesse liegen ihnen zugrunde? Wie lassen sich diese nachvollziehbar erklären? Oder ist alles nur eine subjektive Überinterpretation – die dennoch physiologische Auswirkungen haben kann?

Da die Freiheit des Denkens eine der wichtigsten Errungenschaften der Aufklärung ist, heißt dies für eine freie Forschung, über den „Tellerrand“ hinausschauen zu können, ohne innere und ohne äußere Restriktionen (Vorurteile, Bevormundung, Zensur). Zur Forschung gehören immer auch moralische Prinzipien, sie ist aber frei in ihrer Themenwahl und Deutung – solange sie der Wahrhaftigkeit verpflichtet bleibt und Schaden abwendet.

Arndt Büssing

Beruf / Forschung - aktuelle Publikationen

 

 



[1] "Zu dieser Freiheit gehört denn auch die, seine Gedanken, seine Zweifel, die man sich nicht selbst auflösen kann, öffentlich zur Beurteilung auszustellen, ohne darüber für einen unruhigen und gefährlichen Bürger verschrien zu werden.“

( Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft)